Neujahrswort – die Welt steht kopf

Die Welt scheint auf dem Kopf zu stehen. Vieles ist anders als wir es gewohnt sind. Nur wenige haben das kommen sehen. Das letzte Jahr hat vieles verändert. Und das neue Jahr beginnt so, wie das alte endete. Die Auswirkungen von wenigen politischen Entscheidungen sind weitreichend und betreffen jeden. Viele Menschen fühlen sich arg beengt und tragen diese Haltung sehr bestimmt auf die Straße. Vergleiche zum 2. Weltkrieg werden immer wieder gezogen. Was wir hier gerade aushalten müssen, hat es teils sogar in der Zeit des 2. Weltkriegs nicht einmal gegeben – heißt es da.

Mag sein, dass es keine offiziellen landesweiten Schulschließungen oder gar Aussetzung der Schulpflicht gab. Vielleicht gab es auch andere Auswirkungen von heute damals nicht. Doch scheint dies bei Licht auch gar nicht so überraschend. Damals herrschte Krieg, heute herrscht ein Virus. Und da sollte man sich doch überlegen, ob der Vergleich mit dem zweiten Weltkrieg nicht doch eher unangebracht ist. Vergleichbar ist die heutige Situation viel besser mit den Umständen, die die Pest mit sich brachte. Die Entscheidungen, die die Menschen damals getroffen hatten um sich zu schützen sind verblüffend ähnlich mit denen, die heute getroffen werden.

Und ehrlich gesagt will ich unsere heutige Situation nicht mit der Situation der Kriegsfamilien vergleichen. Denn Großeltern und Urgroßeltern erzählen andere Geschichten. Sie sind durchsetzt von Entsetzen, Angst ums tatsächliche Überleben, durchsetzt von physischer Gewalt, von Tod durch militärisches Gerät, Trauer um junge, kräftige Menschen, Massenmord, Völkermord.

Lasst uns versuchen derlei Vergleiche zu meiden, lasst uns stattdessen an den 2. Weltkrieg und seine Auswirkungen angemessen erinnern um uns im Heute gegenüber ähnlichen Gefahren selbstbewusst positionieren zu können.

Lasst uns auch auf das vergangene Jahr blicken und dabei nicht falschen traurigen Vergleichen anheimfallen, sondern die glücklichen und für uns und unsere Familie wertvollen Momente finden. Es gibt sie sicher. Und aus diesen Momenten lässt sich auch Zuversicht und Hoffnung auf ein für uns und unsere Lieben versöhnliches Jahr 2021 schöpfen.

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